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Philipp und das Präpositionalobjekt - Kleine Grammatik für verzweifelte Eltern I (3. Deutscharbeit in der 6. Klasse)

Dieser Eintrag stammt von admin Am 18.11.2009 @ 14:55 In Grammatik, Deutsch in Realschule und BFS / Literatur | Kommentarfunktion deaktiviert

Wenn der Quintaner Philipp an einem grauen Novembertag aus der Schule kommt und neue Sorgen hat, kann das verschiedene Gründe haben.  Einer davon ist heute das “Präpositionalobjekt”, von dem die meisten Menschen nicht einmal wissen, dass es in der deutschen Sprache existiert. In der Grammatikwelt des Deutschunterrichts im sechsten Schuljahr (3.Deutscharbeit) jedoch kann das Präpositionalobjekt eine bedrohliche Dimension annehmen - besonders dann, wenn man seine Bedeutung und Anwendung nicht verstanden hat. Auch Philipps Lieblingsnachhilfelehrer, Nachbar F., zeigt sich bei spontaner Befragung zu dem Problem überfordert und beginnt an seiner klassischen Bildung zu zweifeln.

“Er rechnet mit deiner Hilfe” hat der Deutschlehrer (offenbar in weiser Voraussicht! :-)) als Beispielsatz aufgegeben  und Philipp meint das durchaus ernst. Handelt es sich hier also um das oben erwähnte grammatische Monstrum oder um eine bloße adverbiale Bestimmung? Vielleicht helfen ja die Frageworte (”Hilfsfragen”) auf dem Grammatikzettel aus der Schule: Worauf? Womit? Wonach? Worüber?…wird hier gerechnet?

Das Präpositionalobjekt erfragt man mit dem passenden Fragewort, finden wir heraus - und das scheint auch schon die wichtigste Erkenntnis zu sein, die man zu dem Thema gewinnen kann. Durch richtiges Fragen zur richtigen Grammatik?

Wer jetzt noch gerne ausschließen will, dass es sich vielleicht doch um eine adverbiale Bestimmung (Adverbiale) und nicht um ein Präpositionalobjekt handelt,  kann beruhigt werden. Die Frage nach einer adverbialen Bestimmung des Ortes z.B. müsste ja “Wo rechnet er?” (statt “Womit rechnet er?”) lauten und das trifft den oben angegebenen Sachverhalt nicht. Auch die Frage “Wie rechnet er?” aus Philipps Grammatikzettel trifft eindeutig besser auf den zweiten Beispielsatz von Deutschlehrer Müller zu: “Er rechnet mit dem Taschenrechner”, so dass es auch hier um eine Adverbiale Bestimmung (der Art und Weise) geht.

Tipp aus Philipps Grammatikzettel:  Die beim Präpositionalobjekt verwendeten Verben (Tätigkeitsworte) haben häufig etwas bei sich :-) (Objekte): z.B.von etwas/ von jemandem abhängen, auf etwas achten, sich mit etwas abfinden, sich zu etwas aufraffen, sich vor jemandem fürchten etc.

Nachdem nun der Unterschied zwischen Präpositionalobjekt und der Adverbiale (Adverbialen Bestimmung) klar geworden ist (Anwendung der Frageworte!) , sollte Philipp sich noch einmal fragen, was ein Genitivobjekt, ein Dativobjekt und ein Akkusativobjekt ist. Herr Müller könnte in der Deutscharbeit danach fragen… (c) sfu 2009


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